Pressemitteilung zu den Coronamaßnahmen im November

von

Ev. Luth. Pfarramt Drebber mit den zugehörigen Kirchengemeinden Jacobidrebber u. Mariendrebber Marienstr. 1

49457 Drebber Telefon 05445/569

Pressemitteilung

Kirchenvorstand beschließt 4 wöchigen „Lockdown“

Die Kirchenvorstände der Gemeinden Jacobidrebber u. Mariendrebber haben bei ihrer Sitzung am 29.10.2020 beschlossen, aufgrund der aktuellen Corona-Beschlüsse der Bundesregierung und des Landes Niedersachsen, „private Kontakte möglichst auf ein Minimum zu begrenzen“, alle Veranstaltungen in ihren Häusern bis auf Weiteres abzusagen. Das betrifft in Drebber nicht nur Gruppen und Kreise, sondern auch alle für den November geplanten Gottesdienste.

„Unsere Kirchen und Gemeindehäuser bleiben in dieser Zeit geschlossen,“ betont Pastor Rainer Hoffmann. Das Büro wird zudem auf Notstandbetrieb heruntergefahren, d.h. kein direkter Kundenkontakt ist mehr möglich, aber zu den bekannten Sprechzeiten ist jemand vor Ort, sagt er. Ebenso wird er selbst in diesen Zeitraum weiterhin für seelsorgerliche Gespräche zur Verfügung stehen und natürlich auch Trauerfeiern am Grab abhalten. Für diese gilt aber gemäß der allgemeinen Verordnung des Landes Niedersachen, dass sie auf 10 Personen begrenzt sein werden.

Handlungsleitend bei der Entscheidung beider Kirchenvorstände, die sicherlich auch Unmut hervorrufen wird, war die Tatsache, dass in der neuen Verordnung mit dem Punkt sämtliche „Begegnungen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren“ ein neuer entscheidender Faktor im Kampf gegen die Pandemie zentral in den Mittelpunkt gestellt worden ist. „Wir wissen, so Karin Steinhöfel, Vorsitzende des Kirchenvorstands in Mariendrebber, dass einige aufgrund unserer Entscheidung enttäuscht sein werden, doch als Kirchengemeinden vor Ort können wir im Grunde nur verantwortungsvoll handeln und glaubwürdig bleiben, wenn wir unser Gemeindeleben von diesem Blickpunkt her in den nächsten Wochen gestalten und d.h. im Grunde eben nicht gestalten dürfen.“

Alle Kirchenvorsteher beider Gemeinden betonten an diesem Abend, dass im Gegensatz zum bisherigen Zeitraum, wo es möglich war, das Gemeindeleben kreativ aufrecht zu erhalten und die Menschen vor Ort auf vielfältige Art mittelst eines guten Hygienekonzeptes, dass auf den AHA-Regeln aufgebaut war, mit einzubeziehen, sie dieses unter den neuen Begebenheiten nicht mehr möchten, da sie es im Grunde nicht mehr verantworten können. „Aufgrund der Auflagen durch die Corona-Pandemie ist es nicht nur verantwortungsvoll, alle Begenungsarbeit einzustellen, sondern zudem ein Zeichen von Gemeinschaftsgeist mit all denjenigen, die von den Beschlüssen in ihrer wirtschaftlichen Existenz und in ihrem gesellschaftlichen Leben betroffen sind“, hebt Mathias Peinz, Vorsitzender des Kirchenvorstands Jacobidrebber, einen der Leitgedanken für diese ungewöhnliche Entscheidung hervor. Zudem weist er darauf hin, dass die Kirchengemeinden mit anderen Konzepten die Gemeindearbeit aufrecht erhalten werden.

So sollen die Gottesdienste für diesen Zeitrauem als Videos in ansprechender Form auf die Homepage gestellt, Besuchsdienstarbeit mit Briefverkehr und Telofonat gestaltet und die Konfirmandenarbeit neu ausgearbeitet werden.

Am Ewigkeitssonntag werden beide Drebber Kirchengemeinden einen „Weg des Trostes“ anbieten, der sowohl in die Kirche als auch auf den Friedhof führen wird und für alle, die an diesem Tag besonders Trost brauchen, eine hilfreiche Handreichung sein soll. „Gerade an diesem besonderen Tag möchten wir für die Menschen dasein, aber wir können das diesmal nur auf eine andere Weise“, sagt Arne Kriesmann aus Jacobidrebber, der selbst persönlich betroffen ist.

Im Dezember hofft man wieder in Drebber zu einen „normalen“ Alltagsbetrieb zurückkehren zu können, aber so Hoffmann, wie das konkret aussehen wird, können wir heute trotz vieler Ideen noch nicht sagen.

Weg des Trostes

„Ein Kirchgang am Ewigkeitssonntag gehört für viele zur Tradition, denn gerade in den dunklen Tagen tut es gut, gemeinsam über das Schwere im Leben nachzudenken, über Verlust und Trauer, aber auch über die Hoffnung, die uns über den Tod hinaus trägt“,sagt Pastor Rainer Hoffmann. Und er sagt es in Demut, denn in diesem Jahr ist ein solcher aufgrund des Ende Oktober gefassten Beschlusses der beiden Drebber Kirchengemeinden im November in einen „Begegnungs-Lockdown“ zu gehen, im Grunde nicht möglich. Dennoch möchte man diejenigen, die an diesem Tag Zuversicht und Hoffnungsuchen, nicht allein lassen und bietet allen, die sich auf etwas Neues einlassen möchten,einen „Weg des Trostes“ an.

Das Pfarramt Drebber öffnet am Totensonntag, wie der Ewigkeistsonntag von vielen im Volksmund genannt wird, deshalb seine beiden Kirchen in der Zeit von 10.00 – 16.00 Uhr. Sie sind, erzählt Hoffmann, der zentrale Ort zum Erinnern und Gedenken auf diesem vielfältig gestalteten Weg des Trostes, der auf den jeweiligen Friedhöfen an weiteren Stationen fortgeführt wird. „Es gibt auf dem Weg Orte der Besinnung und auch Stationen, an denen man nur zugreift, um etwas für zu Hause mitzunehmen, wie z.B.eine Kurzpredigt oder ein Segenswort“, betont der Pastor. Zentral ist in jeder der beiden Kirchen ein Raum des Gedenkens, in dem auf besondere Weise erinnert und gedacht werden kann. In diesem Raum, so verdeutlicht er, stehen die im letzten Kirchenjahr Verstorbenen besonders im Blickpunkt, aber auch für länger zurückliegende Trauer ist dort ein in sehr persönlicher Form mit Kerzen aufgebauter Ort, der einen aktiv mit in dasGeschehen hineinnimmt.

Die Kirchengemeinden hoffen, dass viele an diesem Tag von diesem offenen Angebot Gebrauch machen werden. Es tut gut, bemerkt Hoffmann, an diesem Tag ein wenig inne zu halten. Auf dem Weg des Trostes kann jeder individuell ein wenig nach über das Leben nachdenken und sich tragen lassen von einer Hoffnung, die sich seit Generationen als tragfähig erwiesen hat.Damit alles coronagerecht abläuft werden die Kirchenvorstände der beiden Drebber Gemeinden an diesem Tag in beiden Kirchen im Wechsel vor Ort sein und den Besuchern Einlass gewähren. Anmeldung ist nicht erforderlich, da der Einlass offengehalten ist. Allerdings kann immer nur eine Gruppe in das Gotteshaus, so dass manchmal vielleicht etwas gewartet werden muss.

V.I.S.d.P. Rainer Hoffmann

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