Friedhöfe in Drebber
Drebber – Die beiden Friedhöfe in Jacobi- und Mariendrebber sollen in ihrer Substanz erhalten bleiben. Das hat Pastor Rainer Hoffmann auf der jüngsten gemeinsamen Gemeindeversammlung der beiden evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden betont. Allerdings sei die finanzielle Belastung durch die Friedhöfe ein Problem, denn beide Friedhofshaushalte seien defizitär.
Wir haben im Jahr 2022 bemerkt, dass unsere Friedhofshaushalte nicht mehr auskömmlich kalkuliert sind und immer stärker defizitär werden. Das veranlasste uns, nach Lösungen zu suchen, die für alle gut wären.
Pastor Rainer Hoffmann
„Wir sagen euch, wie es ist“, erklärte denn auch Mathias Peinz, Vorsitzender des Kirchenvorstandes Jacobidrebber, den Anwesenden. „Die bisherigen Strukturen stoßen an ihre Grenzen – organisatorisch und vor allem finanziell. Wenn wir nichts verändern, werden die Kosten immer weiter steigen. Das betrifft uns als Kirchengemeinden, aber insbesondere die Angehörigen, die Gebühren und Pflegekosten tragen müssen.“
Peinz wies darauf hin, dass sich die Bestattungsformen stetig verändern: „Weniger großflächige Sarg-Gräber, mehr Urnen, mehr pflegeleichte Varianten. Das führt dazu, dass viele Flächen ungenutzt bleiben – während der Aufwand gleich hoch oder sogar höher wird.“ Deshalb hätten beide Kirchenvorstände gemeinsam mit dem Kirchenamt begonnen, über Lösungen nachzudenken. „Dabei haben wir noch keine Entscheidungen getroffen. Denn diese Entscheidungen müssen wohlüberlegt sein, mit einem klaren Blick auf die Realität.“
Pastor Rainer Hoffmann gab einen detaillierten Überblick zur finanziellen Entwicklung. Dabei betonte er, dass Drebber zusammen mit Dickel lediglich 3500 Einwohner zähle, aber zwei Friedhöfe unterhalte, sodass auf jedem Friedhof nur zwischen zehn und 20 Bestattungen stattfinden. „Seit Corona ist die Zahl der Sargbestattungen rückläufig, ebenso auch die Grabverlängerungen von abgelaufenen Gräbern, was dazu führte, dass die Anzahl der Grabstellen rapide abnahm. In Mariendrebber haben wir seit unserer Gebührenkalkulation 2015 etwa 650 Grabstelle weniger, von 1830 auf etwa 1200. Und in Jacobidrebber etwa 450 Grabstellen weniger, von 1340 auf etwa 900.“ Die deutlichsten Rückgänge seien dabei in den vergangenen vier Jahren aufgetreten.
Hoffmann weiter: „Wir haben im Jahr 2022 bemerkt, dass unsere Friedhofshaushalte nicht mehr auskömmlich kalkuliert sind und immer stärker defizitär werden. Das veranlasste uns, nach Lösungen zu suchen, die für alle gut wären. Unter anderem haben wir mit unserem Kirchenamt Kontakt aufgenommen und haben im Herbst 2022 ein erstes Gespräch mit der Gemeinde Drebber sowie der Samtgemeinde Barnstorf in kleiner Runde geführt, das allerdings im Grunde im Sande verlaufen ist.“
Der Haushalt sei nur noch durch Rücklagen auszugleichen gewesen. „Da diese Rücklagen in Mariendrebber bereits 2024 nicht mehr ausreichten und auch in Jacobidrebber eine Situation entstand, die uns nachdenklich stimmte, haben wir unsere Haushalte neu kalkuliert“, führte der Pastor an. „Das Ergebnis war, dass die Friedhofshaushalte zukünftig nur mit starker Gebührenerhöhung ausgeglichen werden können.“
Rainer Hoffmann wie auch Mathias Peinz wiesen darauf hin, dass es zum 1. Januar 2026 eine Gebührenerhöhung auf 20 Euro pro Jahr und Grabstelle geben wird. „Damit wären wir für die nächsten fünf oder sechs Jahre auf der sicheren Seite“, betonten beide. Ebenso erklärten beide, dass die Friedhöfe zum Gemeindeleben, aber auch zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehören. „Denn sie stehen allen Menschen offen, nicht nur Kirchenmitgliedern.“
Mathias Peinz wünschte: „Ohne eine Beteiligung und Unterstützung durch die Kommune wird es nicht gehen. Die Verantwortung für unsere Friedhöfe liegt nicht allein bei den Kirchengemeinden. Sie sind Teil des öffentlichen Raums, sie erfüllen eine gesellschaftliche Aufgabe. Deshalb hoffen wir sehr – und erwarten auch in gewissem Maß –, dass wir in dieser Frage als Kirche nicht allein gelassen werden. Die Gespräche mit der Kommune sind für uns ein wichtiger Schritt.“
Kurz angesprochen wurde zudem eine Sanierungsmaßnahme in der Jacobikirche. In der vergangenen Woche ist dort der defekte Teil des Fußbodens repariert worden. Diese Reparatur sollte ursprünglich später im Rahmen eines Gesamtkonzeptes durchgeführt werden, wurde aber, da darüber laut Auskunft des Kirchenamts Sulingen vor 2027 nicht entschieden werden könne, nun bereits angegangen.

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