Konzert des Grieg Quartetts zum Beethoven Jahr

In Coronazeiten ist es ist sicherlich eines der großen Highlights der Region im Bereich der klassischen Musik, das Konzert des Grieg Quartetts Leipzig, dass das Pfarramt Drebber am Dienstag, den 06.Oktober 2020 um 19.30 Uhr in der Jacobikirche präsentiert. Die Musiker aus dem weltberühmten Gewandhausorchester sind bereits das 3.Mal in Drebber und haben sich anlässlich des Beethoven Jubiläums in diesem Jahr auf dessen Streichquartette eingestellt. Beethoven hat die Gattung Streichquartett, die von Haydn, Boccherini und Mozart entwickelt worden war auf eine völlig neue Ebene gehoben: Sein gewaltiges Quartettschaffen von 16 großartigen Werken sind Bekenntnis, Grenzerfahrung,Existentialismus, Wagnis und Vollendung zugleich. Für alle Quartettmusiker sind sie das größte Geschenk, Motivation, der Mount Everest – in mancher Hinsicht die „Quartett-Bibel“. Auch für Beethovens Zeitgenossen waren seine Quartette spätestens ab den sogenannten „mittleren“ Quartetten extrem modern. Selbst große Künstler, wie zum Beispiel Louis Spohr bekannten, dass sie von Beethovens Quartetten nur die frühen Werke op.18 verstünden. Die Quartette op.59 sind dem Fürsten Rasumowsky gewidmet, der einer der größten Förderer Beethovens war – und der diese Werke, die bis dahin unerhörte Schwierigkeiten für alle Spieler boten, sicher nicht selbst hat spielen können. Es enthält einen der schönsten langsamen Sätze Beethovens überhaupt, der dann in ein Finale mit „russischem Thema“ übergeht – eine Reverenz an den Widmungsträger. In der ersten Konzerthälfte erklingen Werke  zur Einstimmung auf das große Finale Werke von Johann Severin Svendsen (SQ a-Moll op.1) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (SQ Es-Dur op.12). Svendsen hat am Leipziger Konservatorium, das von Mendelssohn gegründet wurde, studiert. Sein einziges Quartett trägt die Opuszahl 1 und wurde unter Aufsicht seines Lehrer Carl Reinicke mehrfach überarbeitet, um dann eine triumphale Uraufführung im Rahmen der Hochschulkonzerte zu erleben. Das Vorbild ist zwar klar Mendelssohn, Svendsen versteht es aber, besonders im Menuettsatz nordische Elemente einzuflechten, die dem schwungvollen Erstlingswerk einen ganz eigenen Charakter verleihen. Felix Mendelssohn-Bartholdy, dessen frühe Quartette unter dem Einfluss der gerade veröffentlichten späten Quartette Beethovens entstanden, aber gleichzeitig von jugendlicher Frische, romantischer Leidenschaft und Originalität sprühen, . Die Canzonetta aus dem Quartett op.12 war dann auch der erste „Superhit“ Mendelssohns, der in verschiedensten Bearbeitungen Verbreitung fand. Im Grunde geht es also in diesem Konzert musikalisch anders herum, von den entwickelten Stücken zurück zur Wurzel, aber das ist vielleicht das Spannende an diesem besonderen Abend, zu dem nur Gäste kommen können, die eine Einlassbestätigung haben. Diese bekommen Sie indem Sie sich rechtzeitig beim Pfarramt in Drebber (05445/569 o.kg.drebber@evlka.de) anmelden, denn aufgrund der Corona-Auflagen gibt es nur eine gegrenzte Platzzahl in der Jacobikirche. Es wird zudem darum gebeten, dass Gäste, die gemeinsamen Kommen, dieses ebenso mitzuteilen, da somit mehr in den Genuss des Konzertes kommen können. Eintritt ist wie immer frei, aber eine großzügige Spende am Ausgang würde sicherlich helfen, dass das Kostenrisiko für den Veranstalter, der dieses Highlight finanziert, minimiert wird.

 

In der Besetzung Immo Schaar, Viola,Gunnar Harms, Violine, Elisabeth Dingstad, Violine und Christoph Vietz, Violoncello werden sie in der Jacobikirche ihr Konzert geben